Heiliger Zorn
24 Februar 2010 | Schlagwörter:Gender, Society, Thoughts | Keine Kommentare
Ja, den bekomme selbst ich da. Ich wette die hätten die olle Käßmann nicht über die Klinge springen lassen wenn die ein Mann gewesen wäre. Vermutlich hätten da die Kasper mit dem Pusterohr eh abgewinkt und nur einmal Dududu gemacht. Aber bei einer Frau funktioniert der Speichelleckerreflex eben nicht.
Bei den Katholen funktioniert der momentan allerdings recht gut, kein Wunder, sind ja auch alles Männer. Mal ganz davon abgesehen das diese Kreuz-Mafia die Kungelei und Vetternwirtschaft quasi erfunden hat. Da hackt eben eine Krähe der anderen kein Auge aus.
Literarisches Entwicklungsland
20 Januar 2010 | Schlagwörter:Dresden, Thoughts | Keine Kommentare
Ich schimpfe ja wirklich selten über die Stadt in der ich lebe (Dresden, btw.). Prinzipiell wohnen hier recht entspannte Leute, die Verkehrsanbindung sind überall gut, die Infrastruktur auch, die Mieten günstig. Aber eine vollkommen auf Naturwissenschaften ausgerichtete Universität (bei der größten Fachhochschule wirds nicht besser) hinterlässt dann doch Spuren.
Vom Kreativenstandpunkt ist hier fast wilde Ödnis. Ich schiebe diese Theorie schon länger vor mir her, bisher hab ich aber immer noch gedacht: “Ach, du hast einfach noch nicht richtig gesucht.”
Eigentlich glaube ich das immer noch (oder hoffe es wenigstens). Nachdem ich heute allerdings den ganzen Tag verzweifelt die großen Shopping Tempel abgegrast habe, auf der Suche nach einer gut sortierten Künstlerbedarf Handlung bin ich etwas stinkig. Reihenweise Schuh-, Klamotten- und Handtaschenläden, aber schon simple Buchläden sucht man mit der Lupe.
Das einzige was einem hier bleibt sind die verwinkelten Gassen der Neustadt, der Stadtteil ist so studentendurchsetzt, da hält sich doch ein gewisses Angebot für Leute die nicht nur konsumieren um des Konsums willen. Ich hätte allerdings doch gerne einen Laden wie den hier, wo man das alles schön anonym zusammenräubern kann, ohne das einem der Besitzer auf 5qm² Ladenfläche ständig im Nacken hängt.
Wer sowas kennt darf gerne in den Kommentaren unverschämt Werbung machen.
EPIC Google?
13 Januar 2010 | Schlagwörter:Google, Politics, Web 2.0, Zukunft | 2 Kommentare
2004 wurde von Robin Sloan und Matt Thompson ein Flash Film veröffentlicht, der als Quelle das fiktive “Museum of Media History” nennt. Es werden die Entwicklungsstufen von Google, Amazon und Microsoft in Bezug auf deren Socializing Anstrengungen im Web durchgegangen, von der “Erfindung” des Internets durch Tim Berners-Lee 1998 bis 2004. Ab hier wechselt die Geschichte ins Fiktive, Google speichert und vernetzt immer mehr Daten, fusioniert mit Amazon, sticht Microsoft aus, die New York Times geht irgendwann geschlagen “offline” als Medium für “the elite and the elderly”, etc etc..
Ein paar von dieses fiktiven Dingen sind tatsächlich schon passiert, zum Beispiel ist die Rede von einem “Apple iPod WiFi”, mit dem man einfach Podcasts erzeugen und online stellen kann. Den gibt es mittlerweile, der iPod nano hat eine eingebaute Videokamera. Der Film hat gewissermaßen die Botschaft das über Google nach und nach ein Abbild unseres Lebens im Netz entsteht. Was er etwas ausspart ist das immense Interesse Googles dies wirtschaftlich, sprich: durch Schaltung von Werbung, zu verwerten. Ob dies nun gut oder schlecht ist mag jeder selber entscheiden, Googles Motto lautet jedenfalls seit jeher “Don’t be evil”.
Ein recht weit gefasster Begriff, ist “evil” im Sinne von “böse” gemeint, also hinterlistiges Ausnutzen der Nutzer, verfolgen eines sinistren Plans, der irgendwann in abartiger Kontrolle der gelenkten “Abhängigen” ausartet? Ist es einfach die marktpolitische Erkenntnis dem Nutzer nur vorzugaukeln das man ja eigentlich ganz nett ist, damit man nicht negativ bewertet wird? Versucht man nicht “böse” zu sein im eigentlichen und bis ins letzte konsequentem Sinn, oder versucht man nur öffentlich so aufzutreten, um keine schlechte Meinung von sich zu erzeugen? Wie weit geht Googles Anspruch hier?
Diese Frage stellt man sich vor allem im Zuge der aktuellen Entscheidung Googles beim Katz und Maus Spiel der chinesischen Regierung nicht mehr mitzumachen. Nachdem man sich zuvor bereit erklärt hat den Zensurforderungen des Landes nachzukommen und die Suchergebnisse von google.cn vorab selber zu filtern, hat man nach diversen, vermeintlich von China lancierten, Angriffen auf Google Daten (Ausspähen der Google Mail Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten) nun die Nase voll. Entweder keine Zensur mehr, oder wir schalten uns ab, so das Credo.
Nun muss man berücksichtigen das Google in China bei weitem nicht die erste Geige spielt wie wir das hierzulande gewöhnt sind. Die Hauptsuchmaschine heißt dort Baidu. Überhaupt ist der Standpunkt Googles in “Fernost” durchaus nicht so fest wie man denken könnte. In Japan wird beispielsweise in der Regel mit Yahoo gesucht, Japaner mögen es lieber wenn sich ein Unternehmen zumindest den Anschein gibt regional motiviert zu sein (Yahoo hat seinen Hauptsitz zwar in den Staaten, Yahoo Japan arbeitet aber fast autark). Handelt es sich also wirklich um ein “So nicht ihr bösen Demokratieverächter!”, oder versucht man sich nur ohne Gesichtsverlust aus einem Markt zurückzuziehen den man verloren gibt?
Was dort wirklich hinter verschlossenen Türen besprochen wird, wird natürlich nicht wirklich öffentlich werden, auch wenn sich der Google Blog Post ganz im Sinne von Glasnost gibt. Das dort nur mal mit dem Schuh auf den Tisch gehauen wird um neueren Forderungen der Zensoren nicht auch noch nachgeben zu müssen ist auch eine denkbare Option.
In dem eingangs erwähntem Film werden in der dortigen Zukunft auch Modelle und Firmen genannt die heute schon bedeutungslos, bzw überholt sind. Das Google dies einmal treffen wird kann man sich heute wohl nur sehr schwer vorstellen, dazu kann sich dieses Unternehmen noch zu schnell anpassen, oder ist gar oft Vorreiter bei neuen Ideen. Das Zurückziehen aus so einem riesigen Einflussgebiet wie China ist allerdings schon ein herber Schnitt, und könnte doch eine kleine Revolution, zumindest in unserem Denken über Google auslösen.
Edit:
Diesen Artikel habe ich bewusst erst gelesen nachdem ich mit diesem Posting fertig war, der hat auch ein paar interessante Ideen.
Volkspanik
21 November 2009 | Schlagwörter:Society, Thoughts | Keine Kommentare
Eigentlich soll man über sowas ja nicht reden, um ihm nicht noch mehr Gewicht zu verleihen, aber ich muss dann doch was zu dieser unsäglichen “Schweinegrippenpanik” schreiben. Man kann ja nicht mehr niesen ohne im Verdacht zu stehen.
Ich hab die leise Vermutung das nur deswegen soviel darüber geredet wird, weil jeder im Grunde weiß das die harmlos ist. Reden viele Leute über AIDS und Krebs, nein. Kann das jeden treffen, ja.
“Winterloch” Thema, wenn auch ein nerviges.
Jetzt isser total durchgeknallt
2 August 2009 | Schlagwörter:Green, Politics | Keine Kommentare
Wenn man eine inhaltsleere Partei ohne jeden Kurs in der Debatte halten will erfordert das verzweifelte Maßnahmen.
Ich kann mich noch gut an das Statement von Cem Özdemir zum Thema Mindestlohn erinnern, ging in etwa so: “Wenn wir 10 Euro gesagt hätten wäre die Linke vermutlich mit 12 gekommen.” Im Moment stehen wir (ich sag noch was dazu warum ich hier “wir” schreibe) bei 7,50€, die Linke bietet 10€. Der Unterschied ist, dass wir uns an dieser Stelle an der wirtschaftlichen Machbarkeit orientieren, oder um es auf den Punkt zu bringen: Nicht auf tumbes Wahlkampfgetute setzen.
Von der Linken ist man ja Realitätsferne gewohnt, man erwartet sie geradezu. Aber nun scheint die SPD derart in Panik um ihr verschwundenes Profil geraten zu sein, dass sie einerseits Rot-Rot schon mal auf Landesebene legitimiert, und andererseits fröhlich beim “Sozen-Poker” mitmacht.
Also: Durchgeknallte Parolen in bester Liebknecht Manier in die imaginäre Arbeitermasse tröten, die jeglicher Vernunft widersprechen aber schön markig klingen, und vor allem, denen des Gegners widersprechen. Was mich natürlich am meisten ärgert, ist das der angeblich rote Silberadler ganz einfach frech bei uns klaut. Seine Rede steht ja noch aus, aber was will der da ausposaunen wie das gehen soll (ein wenig heiße Luft muss er dann ja doch produzieren)? Mit grünen Schlüsseltechnologien! Wie bitte?!?
Also schön dran denken, am 27. September das Original wählen (wer jetzt noch nicht mitbekommen hat das ich da Mitglied bin steht eindeutig auf dem Schlauch). Wir haben vielleicht nicht die höchsten Zahlen in unserem Wahlprogramm, aber wir wissen wie man das macht, und wir wissen auch das es machbar ist. Der Union/FDP kann man übrigens auch glauben. Die sagen sie wollen die Arbeitgeber entlasten und Steuern für Reiche senken. Ob das jeder so angenehm findet kann er sich ja überlegen.
So much to concern
1 August 2009 | Schlagwörter:Society, Thoughts, Twitter | Keine Kommentare
Irgendwann ist der Punkt erreicht wo die Zahl der Ideen die man im Kopf hat einfach die Faulheit überwindet. Vor allem ist einem dann auch egal dass es eventuell nicht so ausführlich, tiefschürfend, messerscharf analysierend und brilliant wird wie man es gerne hätte. Das beste Mittel gegen die Schreibblockade ist immer noch das Schreiben.
Aufregung Nummer 1:
Eigentlich wollte ich mich darüber aufregen dass die Kolumne Da staunt der Chef aus der Zeit nur eine Anleitung darstellt wie der Arbeitnehmer am besten seine Angestellten ausnimmt, weil jedesmal wenn ich da reingucke beschrieben wird was man am Arbeitsplatz alles nicht darf. Kann man ja machen, die Zeit ist ja auch eher ein Arbeitgeberblatt, aber dann bitte nicht unter diesem Titel, und vor allem nicht unter der Taxonomie Arbeitsrecht. Nun, eben hab ich noch mal geguckt, die behandelten Themen gestalten sich dann doch recht durchwachsen. 1:1 quasi. Ein kleines Lehrstück in subjektiver Wahrnehmung also, wenn ich auch nichts gegen vollständiges Arbeitgeberbashing hätte.
Aufregung Nummer 2:
Natürlich versuch(t)e auch ich mich auf Twitter. Ich habe ein paar halbherzige Nachrichten da hineingestellt, einfach weil mir nicht einfallen will was ich in 140 Zeichen spannendes sagen soll wenn nicht gerade neben mir ein Vulkan ausbricht. Hier las ich gerade das man Kurznachrichten zb mit japanischen Haikus vergleichen könne. Ok, werd ich dran denken wenn ich irgendwann mal meine lyrische Ader entdecke. Fürs erste halte ich mich da an die großen deutschen Vorbilder der Literatur, und Goethe hat eben keine Kurzgeschichten geschrieben, Thomas Mann nicht, und Theodor Fontane sowieso nicht. Brecht vielleicht, aber der war ja auch Lyriker.
Ich bin sowieso der Meinung das diese Zwitscherei eh nur dann interessant wird wenn die Nachrichtenschnipsel im Minutentakt einschlagen, und aneinandergekettet ergibt das dann auch wieder einen langen Text. Einen Textstream wenn man so will. Ich bewahre mir lieber meinen Luxus alle paar Tage/Monate/oder so mal was zu schreiben, was man auch mal später wieder liest, ohne in einem riesigen Wust von Schnipseln erstmal den Anfang finden zu müssen.
Aufregung Nummer 3:
Ich habe eine Idee. Ich werde sie hier nicht ausplaudern, zumindest nicht im Detail. Es hat was mit Veröffentlichung von Texten halbfiktionaler Natur zu tun, und würde viel Aufwand und Enthusiasmus verlangen. Alleine deswegen wird das vermutlich eh nix. Was mich ärgert, ist die Tatsache das sowas vermutlich rechtlich schwierig wird, weil irgendwer der Meinung ist seinen betretenen Schlips juristisch verteidigen zu müssen. Ich will ein Gesetz was besagt das ich oben “Satire” dran schreiben muss und dann machen kann was ich will ohne dass mir wer ans Bein pisst.
Noch was?
Ja, es ist heiß.
twitt-revolution
17 Juni 2009 | Schlagwörter:Iran, Revolution, Web 2.0 | Keine Kommentare
Twitter hat schon einen gewissen Reiz momentan, ich kann mich allerdings nur recht schwer dafür begeistern. 140 Zeichen reichen mir einfach nicht, das ist was für einfache Gemüter, wahre Genies die sich unglaublich pointiert ausdrücken können, und Menschen an Orten an denen gerade wahrlich dramatische Ereignisse stattfinden. Zum Glück/Leider trifft hiervon nichts auf mich zu. Hier ist nicht wirklich so viel Spannendes los, und selbst als der Obama letztens da war hatte ich wenig Lust rumzurennen und jede Strassenblockade zu dokumentieren. Hätte vermutlich auch niemanden interessiert, einen Tag später war der eh wieder weg.
Ich frage mich nur welche Kommunikationsform des Web 2.0 als nächstes so einen Breakthru haben wird. Zur Tsunami-Katastrophe 2004 waren es die Blogs, diesmal ist es Twitter. Mein Vorstellungsvermögen ist hier leider nicht kreativ genug, allerdings kann ich mir schwer vorstellen jemand anderes wäre hier besser :).
Natürlich komme ich nicht umhin mein Statement zu den Ereignissen im Iran zu setzen. Besonders schwierig ist es diesmal nicht eine Position einzunehmen. Ob nun Moussavi wirklich der Heilsbringer ist als der er dargestellt wird ist mir eigentlich egal. Viel wichtiger finde ich das uns die Iraner vor Augen führen dass sie eben nicht die indoktrinierte Masse sind, die auf Zuruf ihrer Despoten anfängt Amok gegen Amerika oder Butterfabrikanten zu laufen. Wir müssen die Iraner nicht aufklären wie Demokratie funktioniert und das man dafür kämpfen muss, das übernehmen die gerade selber. Von daher ist dieser Protest, bei dem es IMHO nur eine Frage der Zeit ist bis man ihn Revolution nennen wird, nicht nur eine schallende Ohrfeige ins Gesicht des Regimes in Teheran, sondern auch eine in das des bornierten Westens, für den dieses Land seit Jahren zwischen Flaggen verbrennen und “Nicht ohne meine Tochter” rangiert hat.
Der undifferenzierte Blick auf riesige, vollkommen unzusammenhängende Gebiete ist uns Europäern ja zu eigen (Vorsicht! “uns Europäern” ist schon wieder eine Pauschalisierung, aber muss jetzt gerade für die Argumentationskette sein ;). “Die Araber”, “Die Afrikaner”, alles wird gerne gleich gemacht, und dass im wahrlich großem Stil. Bei Dingen die einem bekannter sind geht man da kleinschrittiger vor, in Europa unterscheiden wir schon nach Ländern, in der Nähe auch nach Gebieten, und in unserem persönlichen Umfeld sogar nach Menschen. Niemand kann verlangen das eine Einschätzung für die ganze Welt jedem gerecht wird. Aber etwas differenzierter darf es schon sein. Etwas weniger hochnäsig auch.
Ich warte die Entwicklung im Iran noch etwas ab, dann überlege ich mir ob ich den Blog hier kurzzeitig grün einfärbe oder nicht.
europa und ein wenig realitat
11 Juni 2009 | Schlagwörter:Europa, Politics, Thoughts | 1 Kommentar
Man soll ja Dinge die einem unvermittelt in den Sinn kommen notieren, weil es sich um wirklich wichtige Erkenntnisse handeln könnte. Ein solches ist meiner Meinung folgendes:
Warum wirken beispielsweise Dokumentationen so anders als gestandene Filmproduktionen? An den nicht geschulten Akteuren allein kann es nicht liegen, wenn man einem Schauspieler einen Tag mit der Kamera hinterherläuft wirkt der auch anders als im Film. Die Erklärung ist natürlich ganz simpel, aber ich denke man sollte trotzdem mal darüber nachdenken.
Fehler. Beim einfachen Linse drauf halten sieht man jeden Fehler. Eine Filmszene wird mitunter 50 mal durchgespielt bis sie “perfekt sitzt”. Im normalen Leben verlaufen Vorgänge allerdings nicht so gradlinig wie im Kino. Vor allem nicht so zügig, deshalb wirkt eine Dokumentation bisweilen auch etwas langatmig. Man benötigt als Produzent auch einen gewissen Wagemut sowas bis zur letzten Konsequenz zu zeigen, da die Kameraperspektiven nicht so schnell wechseln können. Dies macht nun den speziellen Reiz von sowas aus, und es bietet einen ganz netten Ruhepol im sonst so hektischen optischen Medium.
Derzeit gibt es wenig Nachrichten die ich für so herausstehend halte das sie kommentierungswürdig wären. Man hangelt sich momentan von einem Sommerlochthema zum nächsten. Die Europawahl wäre vielleicht ein Punkt, aber viel mehr als: die Schwarzen haben sich konsolidiert, die Sozen sind abgestürzt, who cares, fällt einem dazu auch nicht ein. Schäuble soll jetzt nach Straßburg gerollt werden, finde ich nicht so schlimm, da kann er deutlich weniger Blödsinn machen. Wer EU-Komissar wird ist aus deutscher Sicht politisch kalt gestellt. Vermutlich eckt er mittlerweile selbst in der Union mit seinem Kapriolen an. Kann er ja mit dem Herrn Wilders einen trinken gehen, der sieht auch Gespenster.
Senseless
17 Mai 2009 | Schlagwörter:Musik, Thoughts | Keine Kommentare
Ach wie gut das ich kein Themenblog habe, ich kann über jeden Mist schreiben ohne mir Gedanken machen zu müssen ob es ins Gesamtkonzept passt (und so ganz nebenbei auch wann ich will :) ). Um aber im Rahmen des Topics zu bleiben einige Betrachtungen zum Eurovision Song Contest 09 gestern in Moskau.
Erwartungsgemäß hat der deutsche Beitrag keinen Blumentopf gewonnen, wenn es auch (leider) nicht der letzte Platz geworden ist. Ich frage mich nun wie man die ganzen Jahre konsequent so schlecht sein kann, bei immerhin einem flächen- und bevölkerungsstarken (wenn nicht dem bevölkerungsstärksten, hab gerade keine Lust nachzusehen) Land in Europa. Regelmäßig sind Zwergstaaten wie Estland, Aserbaidschan, Moldau, oder weiß der Kuckuck wer um längen besser. Von der “Schlechter Verlierer”-Theorie, dass sich diese Länder nach ihrer “Balkanisierung” die Punkte untereinander zuschanzen halte ich nichts, wenn man ehrlich ist würde man schon zugeben das die Songs einfach besser sind.
Aber zurück zum deutschen Beitrag. Mal wieder eine laue Swing Nummer (weil das ja bisher so gut geklappt hat) mit sehr bemühtem Nachtclub Charme. Das Ganze wirkt dann so angestaubt wie das Bild was Resteuropa vermutlich von Deutschland hat. Als zusätzliche Peinlichkeit pflanzt man noch schnell die kalkleistige Bumsnudel Dita von Teese dazu, das Grand-Prix Fernsehen traut sich nur nicht die zu zeigen, weil man befürchtet das die puritanische Mehrheit der Zuseher sich sittlich angefasst fühlt, die Kamera schwenkt lieber auf die beiden anderen Hüpftrinen und die Dekorationselemente.
Man mag sich fragen warum eigentlich, die anderen Teilnehmer haben ja nun auch nicht gerade besonders angezogene Menschen aufgefahren. Vermutlich weil eigentlich jedem klar ist das Frau von Teese bei schlechter Auftragslage (ja, von was eigentlich?) mal fix als Edelprostituierte herhält. Ihre “Kunden” wollen ihr teures Spielzeug wohl nicht allzu präsentiert wissen.
Was haben wir nicht alle aufgeatmet als Ralf Siegel endlich weg war. Der mochte in den 60-70igern mit seiner Klamottenkistenmusik noch ein Erfolgsgarant gewesen sein, irgendwann hat ihn dann die Zeit überholt. Leider hat sich diesbezüglich kein Ersatz gefunden, im Gegenteil. Ein Grund könnte sein, dass der Herr Siegel gar nicht so viel Einfluss hatte, sondern irgendwelche benadelstreiften Herren mit Cohiba die ganz gerne die “Puppen tanzen” lassen.
Ausweg aus der Misere? Vermutlich Anarchie. Oder ein Wunder. Was ja eigentlich das gleiche ist.
Zitat des Tages
10 Mai 2009 | | Keine Kommentare
Wie passend.
Es ist immer sehr schwierig, über den Wert politischer Ziele zu urteilen, wenn deren Erreichung noch in weiter Ferne liegt. Ich glaube daher, daß man eine politische Bewegung nie nach seinen Zielen beurteilen darf, die sie laut verkündet und vielleicht auch wirklich anstrebt, sondern nur nach den Mitteln, die sie zu ihrer Verwirklichung einsetzt.
-Werner Heisenberg



